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Hätte Kurt Beck dieses Buch vor seinem Afghanistanbesuch gelesen, wäre ihm sicher die peinliche Blamage mit den »moderaten Taliban« erspart geblieben. Immer noch sind die fundierten Informationen aus dem politischen und geografischen Raum zwischen Iran, Kaukasus bis zum Hindukusch spärlich gesät. Sensationsberichterstattung und politische Fehleinschätzungen stiften mehr Verwirrung als dass sie zu einer realistischen Beurteilung dieser brisanten Weltgegend beitragen. Elke Windisch gehört zu den wenigen Berichterstattern, die nicht nur in der Lage sind, sich ohne Dolmetscher mit den Menschen in der Region zu verständigen und überzeugende politische Analysen zu liefern. Sie hat auch einen mitfühlenden Blick für die Opfer repressiver Regimes und einer scheinheiligen Politik des Westens. Allein oder mit ihrem Filmteam unternahm sie seit über 10 Jahren zahlreiche abenteuerliche Reisen durch die ehemaligen Sowjetrepubliken und Afghanistan. Die »rasende Reporterin« porträtiert mutige Frauen in Turkmenistan, moderne Piraten am Kaspischen Meer, islamische Untergrundkämpfer und afghanische Kriegsfürsten, Fischer am sterbenden Aralsee, Schatzsucher, deutsche Entwicklungshelfer und tadschikische Flüchtlinge im Kugelhagel zwischen den Fronten. Sie lässt die Menschen selbst zu Wort kommen. Eingebettet sind die Geschichten in die Geschichte von den frühen Völkerwanderungen, den Eroberungen Alexander von Makedoniens und der Araber, der Lehre Zarathustras und dem Kampf um soziale Gerechtigkeit, russischer und britischer Kolonialpolitik bis zu dem Machtgerangel zwischen den USA, Russland und der EU um Einflußsphären und Rohstoffe und nicht zuletzt den unbeherrschbaren »War on Terror«. Wer sich einen fundierten und spannend geschriebenen Überblick über diese Unruheregion verschaffen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Politikern aller Coleur kann man nur empfehlen, statt markige Sprüche zu klopfen die Analyse einer Insiderin zur Kenntnis zu nehmen. |
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| Elke Windisch »Zentralasien. Politische Reisereportagen« 308 Seiten, iderzeit 2. überarbeitete Auflage |
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| Elke Windisch, Jahrgang 1951, studierte Iranistik, Turkologie und Slawistik an der Humboldt-Universität zu Berlin, arbeitete danach als freie Autorin und Übersetzerin und absolvierte eine Ausbildung beim Film. Seit 1992 ist sie als ständige Rußland-Korrespondentin für mehrere große deutsche und österreichische Tageszeitungen, Analystin für Zentralasien und freie Autorin für deutsche Sendeanstalten tätig. Sie hat über 20 Filme für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gedreht, darunter »Bei den letzten Feueranbetern im Pamir«, »Usbekistan – in der Wüste des Roten Sandes« und »Wasser für Anahita«. Sie veröffentlichte u.a. »Totengräber vom Oxus« als Begleitbuch zur ZDF-Reihe »Jäger verlorener Schätze«. | ||||||||