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| Die diesjährige Frankfurter Buchmesse wartet mit einem Rekordaufgebot an Veranstaltungen rund um die türkische Literatur und Kultur auf. An die dreihundert Autorinnen und Autoren geben sich auf der Messe ein Stelldichein. Wer wollte da noch den Überblick behalten. Eine Hilfe kann der Veranstaltungskalender der Frankfurter Buchmesse sein.
Wir können und wollen nicht mit Masse und viel Geklingel uns in diesen Rummel stürzen. Als Verlag, der zu den Pionieren in puncto türkischer Literatur in deutscher Sprache gehört, haben wir ausgewählt, uns viel Zeit für Übersetzung, Lektorat und Gestaltung genommen, um Bücher zu erschaffen, die auch in 10 Jahren noch gern in die Hand genommmen werden. Ob uns dies gelungen ist, werden Sie, liebe Leserinnen und Leser, beurteilen müssen. Besuchen Sie uns in Frankfurt in Halle 5.1 am Stand B956 oder auf einer der zahlreichen Veranstaltungen, blättern Sie in druckfrischen Neuerscheinungen und sprechen Sie mit unseren Autoren. Wir freuen uns auf Sie. |
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| Neben den Klassikern wie Nâzim Hikmet, Orhan Veli Kanik und Behçet Necatigil finden Sie neue Stimmen, die liebgewordene Klischees gründlich durcheinanderbringen und mindest das Zeug haben, zu Klassikern zu werden. Metin Kaçan , die Stimme des literarischen Undergrounds reüssiert mit einem vielschichtigen punk-Roman zwischen sex, drugs & islam »Haselnuss 8«. Nalan Barbarosoglu ist keine Vielschreiberin, ihr Band »Silbernacht« aber von einer erzählerischen Wucht und poetischen Finesse, dass man gelegentlich meint, den guten alten H.P. Lovecraft durchschimmern zu sehen. Mit Witz erzählt Jorgos Valasiadis, der Istanbuler Grieche und Wahlfrankfurter, von seiner schrulligen Familie, dem alten Viertel Tatavla und einem Leben zwischen Atatürk und rock'n roll. Gänzlich bunt wird es mit der »Nase des Sultans«, einem aufwendig gestalteten Streifzug durch die türkische Karikaturistenszene und Geschichte der Satire. Die begleitende Ausstellung finden Sie noch bis zum 16.11. im Frankfurter Museum der Weltkulturen. In der Edition Galata erscheint Asli Erdogan mit einer poetischen Geschichte über moderne Arbeitsnomaden »Der wundersame Mandarin«, ihrem zweiten Buch in deutscher Sprache. Ahmet Ümit, sein »Bei Nacht und Nebel« erschien letztes Jahr im Unionsverlag, schrieb mit »Patasana« einem Kriminalroman um hethitische Tontafeln, PKK-Aktivitäten und Morde in einem Archäologenlager. Nach seinen Worten sein bislang bestes Werk.
Wie immer gibt es einen Wermutstropfen. »Debatten um die globalisierte Türkei« von Nurhan Yentürk und E. Fuat Keyman, ein fundierter Einblick in die Wirkungsmechanismen der türkischen Wirtschaft und Politik, wurde aufgrund der jüngsten politischen Entwicklungen und nicht zuletzt den Auswirkungen der Krise der Finanzmärkte auf das Frühjahr kommenden Jahres verschoben, um die Beiträge einer umfassenden Überarbeitung zu unterziehen. Davor, dass das Thema außer Mode geriete, werden wir keine Angst haben müssen. Lesungen und Veranstaltungshinweise finden Sie in der Rubrik »Aktuelles«. |
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