Eine existentialistische Geschichte aus dem Istanbul der 60er Jahre: Ein junger Mann auf der Suche nach Freiheit und Erfahrungen will Dichter werden. In seinem Dachzimmer im regnerisch-feuchten Istanbul verfällt er einer melancholischen, ihn innerlich zerfressenden Liebe zu seiner Nachbarin. Wirklichkeit und Tagtraum vermischen sich immer mehr, bis seine Nachbarin sich aus dem Fenster stürzt und er festgenommen wird.

Demir Özlü wurde 1935 in Istanbul geboren und lebt heute in Stockholm.
Nach dem Jurastudium und einem Frankreichaufenthalt arbeitete er
als Rechtsanwalt. Ab 1955 machte er sich als Erzähler existenzialistischer
und surrealistischer Prägung einen Namen. Er gilt als Vorreiter der Gattung
Noveau Roman in der türkischen Literatur.

Pressestimmen
»Eine beeindruckende Erzählung, deren Faszination aus dem Verflochtensein von orientalischer Umwelt und europäischer Denk- und Fühlweise entsteht.«
Giesler in »das neue buch/buchprofile«1/1988

»Stark beeinflußt vom Existenialismus spiegelt sich diese philosophische Geisteshaltung in seinen Erzählungen wider; die tief empfundene Leere des Menschen, seine Einsamkeit innerhalb der ihn umgebenden Gesellschaft...
[Der] Dagyeli-Verlag, der sich in den vergangenen Jahren um die Ausbreitung zeitgenössischer türkischer Literatur im deutschsprachigen Raum verdient gemacht hat, bestätigt mit diesem Buch erneut seinen hohen Anspruch bei der Zusammenstellung seines Programmes. Inmitten der Flut von Veröffentlichungen in der letzten Zeit seitens verschiedener Verlage, die, so scheint es, der literarischen Qualität oftmals wenig Beachtung schenken, nimmt sich Demir Özlüs »Ein Istanbuler Traum« zweifellos wie ein kleines literarisches Juwel aus. Die präzise wie auch einfühlsame Übersetzung von Helga Dagyeli-Bohne und Yildirim Dagyeli enthält dem deutschsprachigen Leser nichts von dem Reiz des Originals vor... Man darf gespannt dem nächsten Buch dieses Autors entgegenblicken...«
Nevfel Cumart in »Stader Rundschau« 5/1987

»Demir Özlü gelingt es, durch seine Schilderung der Jugendzeit aus der heutigen Distanz – denn mehrmals wird darauf hingewiesen, daß der Entstehungsort der Erzählung Berlin sei – ein buntes, lebensfrohes Bild eines Stadtteils, das sich durch seinen kosmopolitischen Charakter auszeichnet, als erhaltens- und bewundernswert darzustellen. Seine Sprache ist wehmütig, nicht aber wehleidig. Leichte Trauer nach vergangener Zeit läßt sich nicht überlesen und eine hoffnungsvolle Zukunft nicht erblicken.«
Martin Caveliš in »Ausländerkinder« 32/1987

»[Demir Özlü] läßt – verwoben in eine Liebesgeschichte – das alte Beyoglu der 60er Jahre wieder aufleben, jenes Viertel mit seinen an Montmartre erinnernden intellektuellen Flair.«
»Die Welt« 29.10. 1988

Demir Özlü
»Ein Istanbuler Traum«

Erzählung
Aus dem Türkischen von
Helga Dagyeli-Bohne
und Yildirim Dagyeli

64 Seiten, kartoniert
€ 7,50
ISBN 978-3-935597-09-8

»Özlü operiert mit Bewußtseins-
überblendungen zwischen Orten und Zeiten, alles vermischt sich, aber eines bleibt klar: Der Fremde, der Neuankömmling muß lernen.«

Christa Esser in »Deutsche Volkszeitung/
die tat« vom 20.11.1987

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