Necatigil versteht sich auf den subtilen Versbau, und damit wurzelt er trotz höchst moderner Eigenständigkeit und Originalität tief in der großartigen Verskunst der Diwanpoesie. In seinen Gedichten widerspiegeln sich die scheinbar kleinen, täglich wiederkehrenden, daher eminenten Sorgen im Leben des durchschnittlichen Stadtmenschen. Necatigil ist ein Meister des formbewußten sprachlichen Kunstwerkes. Das präzise und starre Versverständnis der traditionellen Dichtung bringt er in Wechselbeziehung zu der variablen, instabilen Zeit des modernen Lebens, die Seelenruhe der Vergangenheit mit der Schnellebigkeit unserer Zeit.

Behçet Necatigil wurde 1916 in Istanbul geboren und starb dort 1979. Ab 1940 arbeitete er als Lehrer sowie ab 1960 am Pädagogischen Institut in Istanbul. Seit seinem ersten veröffentlichten Gedicht noch als Gymnasiast erschienen von ihm 14 Gedichtbände und rund 20 literarische Hörspiele. Er schrieb Literaturlexika und übersetzte aus dem Deutschen.

Die Wette, die wir schlossen,
Scheint sich hinzuziehen.

Ich verschob die Tagesgeschäfte
Zog in ein Haus
Dem Friedhof gegenüber.

Tod, du kannst mich nicht überlisten
Bist mir im Sinn!

Behçet Necatigil
»Eine verwelkte Rose beim Berühren«

Gedichte zweisprachig
Aus dem Türkischen
von Yüksel Pazarkaya

296 Seiten, frz. Broschur
€ 16,90
ISBN 978-3-935597-08-1

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