1968 erschien ein Teil der Gedichte Ahmed Arifs in dem Band »Hasretinden Prangalar Eskittim«. Dieses Buch blieb lange sein einziges, ein weiterer Gedichtband erschien erst posthum, die übrigen Gedichte wurden entweder vereinzelt in Literaturzeitschriften veröffentlicht oder überhaupt nicht. Dennoch wurde Ahmed Arif zu einem der meistgelesenen Lyriker der Türkei.
Drinnen

Hast du eine Ahnung davon, du steinerne Mauer?
Du eisernes Tor, du blindes Fenster,
du mein Kissen, mein Stockbett, meine Kette?
Euretwegen stürzte ich mich in den Tod und machte kehrt.
Du trauriges Foto in meinem Versteck,
hast du eine Ahnung davon?
Mein Besuch hat einen Bund Schalotten geschickt,
meine Zigarette riecht nach Nelken,
der Frühling hat Einzug gehalten auf den Bergen meiner Heimat...

Ahmed Arif

»Vor Sehnsucht nach dir habe ich die Fesseln abgetragen«
»Hasretinden Prangalar Eskittim«

Gedichte deutsch/türkisch

Aus dem Türkischen von Helga Dagyeli-Bohne und Yildirim Dagyeli

Titelbild von Abidin Dino

194 S., frz. Broschur
€ 18,50
ISBN 978-3-935597-44-9

»Nach Nâzim Hikmet ist Ahmed Arif ein neues Glied in der Kette, die ihn mit Hikmet verbindet... Dennoch entstammt Ahmed Arif einer noch größeren kulturellen Vielfalt. Dort, wo er emporkam, existieren mehrere unterschiedliche Kulturen nebeneinander: die arabische Kultur, aus Mesopotamien kommend, die Kultur des kurdischen Volkes, die sich von Nordosten aus in den Süden ausbreitet, die tscherkessische sowie die türkische Kultur. All diese Kulturen vereinen sich in Ahmed Arif. Seine Stimme, die Stimme seiner Gedichte ist polyphon... Hätte Ahmed Arif Eingang gefunden in die französische Welt, so wäre er wie eine Bombe hochgegangen.«

Yasar Kemal über Ahmed Arif

Ahmed Arif wurde 1927 als Ahmed Önal in Diyarbakir geboren. Er wuchs in einer multi-kulturellen Umgebung auf und beherrschte neben dem Türkischen Dimilki (Zaza), Kurmanci (Kurdisch) und Arabisch. 1943 begann er, noch als Gymnasiast, Gedichte zu schreiben. Ahmed Arif wurde 1950 und erneut 1952 bis 1953 eingesperrt und wegen »kommunistischer Propaganda« verurteilt.

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Helga Dagyeli-Bohne und Yildirim Dagyeli haben sich bereits durch zahlreiche Übersetzungen aus dem Türkischen einen Namen gemacht. Sie übersetzten u.a. Nâzim Hikmet, Sait Faik, Demir Özlü und Yasar Kemal.
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