| Mewlana Dschelaleddin Rumi
»Das Meer des Herzens |
Verliebte! Verliebte! ich komm aus der Welt, Die mir den Geliebten, den Freund, vorenthält. Vertriebne! Vertriebne! ich habe verbannt Mich selber, und eurerem Chore gesellt. Erfahrne! Erfahrne! ich machte die Fahrt, Ich fuhr durch das Meer, und mein Schiff ist zerschellt. Entseelte! Entseelte! entseelt hat mich Ein Auge, das Pfeile wie Blicke verschnellt. Beseelte! Beseelte! beseelet hat mich Ein lächelnder Mund, der das Dunkel erhellt. Berauschte! Berauschte! o reicht mir den Kelch! Mein Herz ist vom Rausche der Liebe geschwellt. Geprüfte! Geprüfte! hier bin ich bereit Zu jeglicher Prüfung, wie Ihm es gefällt. Geweihte! Geweihte! ich habe mein Herz Geweihet zu seiner Geheimnisse Zelt. Vertraute! Vertraute! es sei euch vertraut, Ich bin der Vertraute des Schaches der Welt. |
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| Die hin zur Kaaba pilgern gehn, Wenn nun an ihrem Ziel sie stehn, In einem Tale ohne Saat Ein altes Haus von Stein sie sehn. Sie gingen hin, um Gott zu schau'n; Und nun um's Haus im Kreis sich drehn. Wann sie sich lange so geddreht, So hören sie die Stimme wehn: Was, Toren, ruft ihr an den Stein? Wer wird vom Steine Broht erflehn? Wenn ihr den Tempel Gottes sucht, In eurem Herzen tragt ihr den. Wohl dem, der bei sich selb kehrt ein, Statt pilgernd Wüsten durch zu gehn. |
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