![]() |
Mewlana Dschelaleddin Rumi, der größte Mystiker des Ostens, ist im Orient wie im Okzident gleichermaßen bekannt, wird da wie dort bewundert. Seit dem 15. Jahrhundert übte er einen nachhaltigen Einfluß auf die türkische, persische, pakistanische und indische Literatur aus, der bis in unsere Tage anhält. Allein die Anrede »Mewlana« (unser Herr) bezeugt seinen Rang innerhalb der islamischen Gedankenwelt. Sein Orden, der Mevlevilik, im Westen als der Orden der »Tanzenden Derwische« bekannt, war zu seiner Zeit, aber auch später, Zuflucht für alle, die vor dem engstirnigen, religiösen Fanatismus flohen. Die mystische Lehre Rumis beruht auf drei Säulen: der antiken griechischen Philosophie, hauptsächlich dem Neuplatonismus, der überlieferten Weisheit Indiens und vor allem dem Koran, der sich in einer nichtarabischen, sehr verfeinerten Gesellschaft zu Mystik und Allegorie entwickelte. Den belanglosen Geschichten in ihm gaben die Sufi eine tiefere Bedeutung. Die in den Werken Rumis immer wieder erscheinende Geliebte ist ein Wesen, das zwar in jeder erotischen Lyrik des Orients vorkommt, doch kein Geschlecht besitzt. Rumi spricht selbst davon, daß die Distanz zwischen Liebe und Wollust unendlich sei. Sie macht aus jedem, der sich verliebt, einen Trunkenen. Diese Liebe ist ein Edelstein, bringt die Moleküle zum Tanzen, wühlt die Moleküle auf. |
|||||||
| Mewlana Dschelaleddin Rumi »Das Meer des Herzens geht in tausend Wogen« Aus dem Persischen 88 Seiten, frz. Broschur. |
||||||||
| Mewlana Dschelaleddin Rumi wurde am 30. September 1207 in Balkh geboren. Die Stadt, am nördlichen Rand des afghanischen Zentralmassivs gelegen, unweit der Stadt Mazar-i-Sherif, war in der Antike und im Mittelalter ein bedeutender Schnittpunkt der Kulturen und Religionen. Die Familie Rumis ließ sich nach langen Reisen in Konya nieder. Dort wurde Rumi in die Geheimnisse des mystischen Pfades eingeweiht und begann an der Altun-Aba-Medrese zu unterrichten. Rumi starb am 17. Dezember 1273. Seiner Beisetzung wurde eine Demonstration der Liebe aller Menschen verschiedener Religionen und Konfessionen. | ||||||||
| Mehr | ||||||||