Anna Faroqhi

»Weltreiche erblühten und fielen.
650 Jahre Geschichte Neuköllns«

Herausgegeben von Dr. Dorothea Kolland
120 Seiten im Albenformat
€ 9,50
ISBN 978-3935597-82-1

im Buchhandel ab 20.06.2010
Presse-Release am 21.06.2010 (siehe Aktuelles)

Neukölln revisited: Weltreiche
Neukölln darf sich sich mit dem Titel des verrufensten Stadtbezirkes Berlins schmücken, in dem finstere südländische Typen mit einem Messer zwischen den Zähnen in dunklen Hausfluren lauern, Lehrer in der gepanzerten Limousine zur Schule eskortiert werden und die Unterschicht die Alkoholverbrauchsstatistik in die Höhe treibt. Was aber ist Neukölln wirklich und wer sind die Neuköllner?

Wie sah der Kottbusser Damm im 17. Jahrhundert aus? Was sucht eine Comenius-Büste in Neukölln? Wird die deutsche Politik nun in der Hasenheide gemacht oder nicht? Was hat es mit den Rollbergen auf sich? Wie viele Zigaretten kann man aus sieben Stummeln machen? Wer reitet nachts am Körnerpark? Was hat Rudow mit Asbest zu tun? Warum wurden so viele Neuköllner Schulen kürzlich 100 Jahre alt? Diese und andere Fragen, die sich nicht nur der Neuköllner immer wieder stellt, werden in einem Comic beantwortet, der zugleich ein vergnüglicher Grundkurs in Neukölln-Geschichte ist.

In 15 Episoden erzählt die Filmemacherin, Zeichnerin und Autorin Anna Faroqhi aus 650 Jahren Geschichte Neuköllns. Es wird von Kurfürsten und Kaisern berichtet, die zu faul waren, sich bei der Jagd anzustrengen, was passierte, wenn ein Deutsch-Rixdorfer eine Böhmisch-Rixdorferin liebte, wie man in auf und mit Körnerschem Sand gebauten Arbeiterwohnungen lebte, von den großartigen Schulen der Weimarer Zeit, von Gegnern des Naziregimes, die um ihrer Überzeugung willen sterben mussten, und von vielen Menschen gestern und heute, die in Neukölln eine Heimat fanden.

Eine Familie aus der Gegenwart – ihre Familie – führt mit ihrer Geschichte und ihren Gesprächen durch die Episoden. In den Protagonisten Anna, Haim, Prosper, Emily und Sita spiegelt sich die (teilweise komplizierte) Multi-Ethnizität Neuköllns wider. Auch in den vielen kleinen Episoden und Nebencharakteren wird deutlich, dass Neukölln ein Bezirk ist, der zu einem großen Teil von Nicht-Nur-Deutschen bewohnt wird. Dass dies ein Bezirk „kleiner Leute“ ist, die das Weltgeschehen vielleicht nicht prägten, aber am Rande immer daran teilhatten.

Folgt man einem gewissen B. Brecht, ist das die wahre Geschichte. Fürchten Sie sich also nicht und begleiten Sie unsere Protagonisten:
Hinein ins bunte Treiben...
"Der Tagesspiegel" kommentiert: "In locker aneinander gefügten Episoden, die manchmal etwas ungelenk gezeichnet aussehen aber in ihren besten Momenten an den autobiographischen Comicbestseller „Persepolis“ der iranischstämmigen Französin Marjane Satrapi erinnern, erzählt das Buch von Liebesgeschichten und Hungersnöten, von Revolutionen und Reformen, von menschlichen Dramen und den großen Hoffnungen, mit denen über die Jahrhunderte hinweg Menschen in dieses Viertel gezogen sind, um Krieg und Armut zu entgehen und sich ein neues Leben aufzubauen."
Harald Asel befragt in der Sendung "umgeschichtet" im rbb-Inforadio Herausgeberin und Autorin zur Entstehungsgeschichte des Neukölln-Comics
 
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