...Demir Özlü |
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| Demir Özlü wurde am 9. September 1935 in Istanbul geboren. Er studierte an der Istanbul Hukuk Fakültesi (Juristische Fakultät) Jura. Nach seinem Abschluß 1959 ging er nach Frankreich und studierte von 1961 bis 1962 Philosophie an der Sorbonne. Zurück in der Türkei arbeitete Özlü ein Jahr als Assistent für Rechtsphilosophie an der Universität, danach arbeitete er als Rechtsanwalt. In den 70er Jahren, den »wilden Jahren« der Türkei gehörte er zu den politisch Aktiven, war Verteidiger prominenter, zum Tode verurteilter Widerstandskämpfer und selbst mit auf den Fahndungslisten der Polizei. 1979 ging er ins Exil nach Stockholm. Erst zehn Jahre später konnte er wieder in die Türkei einreisen. Heute pendelt er zwischen Stockholm und Istanbul. Zwischen 1953 und 1955 veröffentlichte Demir Özlü in der Zeitschrift Türk Dili Gedichte, nach 1955 machte er sich mit Erzählungen einen Namen. Stilistisch knüpfte er darin an den französischen Existenzialismus an. Nach seiner Rückkehr aus Paris gründete er zusammen mit den Autoren Ferit Edgü und Güner Sümer die literarische Zeitschrift »Mavi« (»Blau«) und rief eine gleichnamige literarische Bewegung ins Leben. Auch wenn die Zeitschrift kurzlebig war, übte sie eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf das literarische Leben in Istanbul aus. 1964 erhielt Demir Özlü den Erzählerpreis der türkischen Sprachgesellschaft (Türk Dil Kurumu), 1989 den Sait-Faik-Preis, 1990 den Orhan-Kemal-Romanpreis für »Bir yaz mevsimi romansi« (»Romanze einer Sommersaison«), ein Roman, in dem sich die gesellschaftlichen Umbrüche der 70er Jahre spiegeln. |
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»Özlüs auffälligster Zug ist ein fast lyrisches Gespür für Balance, das sich bei autobiographisch derart stark angereicherten Texten selten genug zunächst am Mißtrauen
gegen die Faszinationskraft lebensgeschichtlicher Fakten ablesen läßt.« Peter Staengle in »Listen« Heft 29 |
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