|
Anar
|
|||||||
| Anar Rizayev wurde 1938 in Baku als Sohn des azerbaidschani- schen Poeten Resul Riza und der Lyrikerin Nigâr Refibeyli geboren. Das genaue Geburtsdatum kennt auch Anar nicht, in seinem Paß ist lediglich das Geburtsjahr verzeichnet. Er studierte an der philologischen Fakultät der Kirow-Universität in Baku. 1964 absolvierte er das Staatliche Allunionsinstitut für Filmkunst in Moskau. Anschließend arbeitete er zunächst als Regisseur und Redakteur eines Kunstalmanachs. Ab 1968 war er Mitarbeiter bzw. Leiter mehrerer azerbaidschanischer Literaturzeitschriften. 1987 wählte der azerbaidschanische Schriftstellerverband nach einer dramatischen Sitzung, in der die sowjetische Perestrojka-Politik thematisiert worden war, zum Vorsitzenden. Zeitgleich wurde er Abgeordneter im Sowjet der Republik Azerbaidschan, da er darin eine Möglichkeit sah, aktiv am Prozeß der Demokratisierung mitwirken zu können. Er thematisierte die ökologischen Probleme des Landes, wie die Verschmutzung des Kaspischen Meeres und die chemische Verseuchung im Umkreis der Industriezentren. Zusammen mit anderen Schriftstellern trat er als Vermittler auf, um die kriegerischen Unruhen zwischen Azerbaidschan und Armenien um Berg-Karabach beizulegen. |
|||||||
![]() |
|||||||
| Anar (li.) bei der Buchvorstellung in Deutschland | |||||||
| Zum Buch | |||||||
| Startseite | |||||||
| Anar gehört zu einer Generation sowjetischer Literaten, welche die Stalin-Ära als Kinder erlebten. Er distanzierte sich früh von jener Politik und galt als einer der Schriftsteller, die den Gorbatschowschen Reformen den Weg bereiteten. Seine früheren Werke sind eine scharfe Analyse der politischen und sozialen Verhältnisse im sowjetischen Azerbaidschan. Auch heute beobachtet er gesellschaftliche Prozesse und Umwälzungen genau und scheut nicht vor kritischen Themen und Bemerkungen zurück. Seine erste Erzählung »Die letzte Nacht des letzten Jahres« erschien 1960. Aufgrund der in ihr angeprangerten Mißstände wurde sie in einer einflußreichen Literaturzeitschrift heftig kritisiert. Anar wurde für seine schriftstellerische Tätigkeit mit dem Arbeiterkunstpreis Azerbaidschan sowie mit dem Staatspreis der Azerbaidschanischen SSR ausgezeichnet. Anars Werk Romane, Erzählungen, Essays und Theaterstücke wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Daneben schrieb er Drehbücher für das sowjetische Fernsehen und Kino. Im Ausland erschienen seine Bücher in mehr als zwanzig Ländern. |
|||||||
![]() |
|||||||